Studien

Studien zu Kennziffern

Studien zur Marktkapitalisierung, zum KGV, KCV, KBV und KUV

O’Shaughnessy hat in Einzeluntersuchungen unter Berücksichtigung verschiedener fundamentaler Kennzahlen bewiesen, dass eine Investition in unterbewertete Aktien langfristig gesehen Erfolg versprechender ist als der Kauf hoch bewerteter Unternehmen.

Zur Überprüfung der Hypothesen wurden dabei – außer für die Studien zur Marktkapitalisierung – Depots entsprechend der o.g. Strukturierung angelegt.

 

Studien zur Marktkapitalisierung – Sind Blue Chips anderen Aktien überlegen?

O’Shaughnessy unterscheidet zwei Gruppen von Aktien: Die Gruppe „Alle Aktien“ und die „Großen Aktien“ (Blue Chips). „Große Aktien“ sind diejenigen Unternehmen, deren Marktkapitalisierung über dem Durchschnitt aller Aktien liegt. Unter „Alle Aktien“ werden diejenigen verstanden, deren Marktkapitalisierung mindestens 150 Mio $ beträgt.

 

In der folgenden Übersicht sehen Sie, dass sich „Alle Aktien“ deutlich besser entwickelt haben als „Große Aktien“. Die Frage: In wie viel Perioden zwischen 1951 und 1996 schlagen „Alle Aktien“ die „Großen Aktien“?

 

 

Die nächste Tabelle gibt an, was eine Investition von 10.000 $ gebracht hätte. Zum Vergleich wird der Erfolg einer Anlage in den S&P 500 miteinbezogen.

 

 

 

„Große Aktien“ und S&P 500 haben sich ähnlich entwickelt, was auch nicht weiter verwundert, denn eine Investition in den Index ist im Grunde nichts anderes als eine Wette auf die Wertentwicklung großer marktbreiter Blue Chips.

 

Studien zum KGV – Das Maß der Dinge?

Für viele Anleger ist das KGV das wichtigste, oftmals sogar das einzige Kriterium, wenn es um die Bestimmung des Werts einer Aktie geht. Investoren, die auf niedrige KGVs setzen, gehen davon aus, ein Schnäppchen zu ergattern. Sie glauben generell, dass Käufer von Aktien mit einem hohen KGV unrealistisch hohe Erwartungen an das künftige Gewinnwachstum knüpfen.

Die nachstehende Übersicht zeigt, dass nach KGV hoch bewertete Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 150 Mio $ wesentlich schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Außerdem wird deutlich, dass sich niedrige KGVs vor allem langfristig auszahlen.

 

Hier lautet die Frage: In wie viel Perioden haben sich hoch bewertete Aktien (KGV) besser entwickelt als der Gesamtmarkt?

 

 

 

 

 

In der folgenden Studie untersuchte Roger Ibbotson alle an der NYSE gehandelten Aktien vom 31.12.1966 bis zum 31.12.1984. Jedes Jahr bildete er aus allen Aktien 10 gleich große KGV-Gruppen.

Das Resultat: Hätte ein Investor jedes Jahr in das am niedrigsten bewertete 10tel des Marktes investiert, hätte er eine jährliche Rendite von 14,08% erzielt. Das am höchsten bewertete 10tel erreichte nur 5,58%. Die durchschnittliche Jahresrendite betrug im Beobachtungszeitraum 8,6%.

 

Was wäre aus 1.000 $ geworden, wenn Sie Ihr Geld jährlich in das am niedrigsten/höchsten bewertete (KGV) 10tel des Aktienmarkts investiert hätten?

 

 

O’Shaughnessy prüfte, ob die von Ibbotson gefundenen Erkenntnisse auf alle Aktien zutreffen, unabhängig von der Höhe des Börsenwerts. Dazu teilte er den Markt in zwei Gruppen auf. Alle Aktien und die 16% mit dem höchsten Börsenwert. In beiden Gruppen entwickelten sich Depots mit hoch bewerteten Unternehmen wesentlich schlechter als Depots mit niedrig bewerteten. Große Unternehmen schnitten dabei noch um einiges besser ab als kleine und wiesen eine geringere Volatilität auf.

 

Treffen diese Erkenntnisse auf alle Aktien zu – unabhängig von der Höhe des Börsenwerts?

 

 

 

Studien zum KCV – Hohe Zahlungsströme zahlen sich aus

Da der Cashflow schwieriger zu manipulieren ist als der ausgewiesene Gewinn, bevorzugen viele wertorientierte Anleger – besonders im angloamerikanischen Raum – das KCV, um günstige Aktien zu lokalisieren. In der Studie wird gezeigt, dass nach KCV hoch bewertete Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 150 Mio $ wesentlich schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Außerdem wird deutlich, dass sich niedrige KCVs vor allem langfristig auszahlen.

 

Die Frage: In wie viel Perioden haben sich hoch bewertete Aktien (KCV) besser entwickelt als der Gesamtmarkt?

 

 

 

Treffen diese Erkenntnisse auf alle Aktien zu – unabhängig von der Höhe des Börsenwerts?

 

 

 

Studien zum KBV – Aktien mit einer hohen Ratio entwickeln sich lausig

Bei Aktien mit einem niedrigen KBV erhält man für sein Geld viel Substanz. Es wird nicht auf Gewinne oder Wachstum gesetzt, sondern auf das Verhältnis des Kurses zum inneren Wert der Aktie. Dieser Indikator ist in letzter Zeit etwas aus der Mode geraten. Teilweise wird argumentiert, dass ein gutes KBV besser ist, weil es für die Fähigkeit des Managements spricht, mit wenig Kapital einen hohen Börsenwert zu erzielen. O’Shaughnessy hat jedoch nachgewiesen, dass nach KBV hoch bewertete Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 150 Mio $ langfristig deutlich schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt.

 

Hier lautet die Frage: In wie viel Perioden haben sich hoch bewertete Aktien (KBV) besser entwickelt als der Gesamtmarkt?

 

 

 

Treffen diese Erkenntnisse auf alle Aktien zu, unabhängig von der Höhe des Börsenwerts?


 

 

Studien zum KUV – Der König der wertorientierten Kennzahlen

Zu guter Letzt betrachten wir eine Kennzahl, die sich zugleich auch als die beste erweist.

 

Genauso wie Investoren, die Aktien mit einem günstigen KGV auswählen, sind auch die Liebhaber niedriger KUVs auf der Suche nach substanziell unterbewerteten Papieren. Es wird sogar vertreten, dass das KUV ein nahezu perfekter Indikator für die Popularität einer Aktie ist und dass, sollte die Kennzahl bereits einen hohen Wert aufweisen, nur noch Hoffnung und Täuschung einen weiteren Kursanstieg bewirken könnten.

So hat auch O’Shaughnessy aufgezeigt, dass nach KUV hoch bewertete Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 150 Mio $ wesentlich schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt, eine Investition in hoch bewertete Unternehmen geradezu bestraft wird.

 

In wie viel Perioden haben sich hoch bewertete Aktien (KUV) besser entwickelt als der Gesamtmarkt?

 

 

 

Treffen diese Erkenntnisse auf alle Aktien zu, unabhängig von der Höhe des Börsenwerts?

 

 

 

Auf der Suche nach dem Stein der Weisen – Die Kombination mehrerer Indikatoren (Cornerstone-Growth-Strategie)

 

Wir hatten bereits oben darauf hingewiesen, dass die Kombination mehrerer Auswahlkriterien zu den besten Ergebnissen führt. Betrachten wir die Frage: In wie viel Perioden hat sich die Cornerstone-Growth-Strategie besser geschlagen als der Gesamtmarkt?

 

 

 

O’Shaughnessy hat bewiesen, dass mit dieser Kombinations-Strategie aus 10.000 $ nach 44 Jahren 13 Mio $ wurden. Dies entspricht einer ndurchschnittlichen Jahresrendite von 18,6%. Er konnte zwar mit leicht abgewandelten Modellen ähnliche Resultate erzielen, doch wurden diese mit einem höheren Risiko erkauft.