
Die Gerüchteküche
Um seine Unternehmen zu finden, ging Fisher in 3 Schritten vor:
Schritt 1: Informationen sammeln
Fisher las alles, was er nur finden konnte, über ein Unternehmen. Er las Publikationen wie Forbes, Fortune, Barron’s und The Wall Street Journal. Doch er bekam seine Investment-Ideen in erster Linie durch Gespräche mit Investmentfachleuten und Geschäftsleuten. Er studierte Unternehmensberichte und Aktienanalysen.
Schritt 2: Die Informationen bewerten
Um zu entscheiden, welches Unternehmen seine Kriterien traf, stellte Fisher folgende Fragen:
- Hat das Unternehmen einen hervorragenden CEO und ein starkes Managementteam?
- Berichtet das Management den Aktionären bei Problemen genauso aufrichtig wie bei guten Nachrichten?
- Kann das Management eine innovative Geschäftsstrategie und innovative Produkte aufweisen?
- Verpflichtet sich das Unternehmen langfristig zur Herstellung hochwertiger Produkte mit einem bedeutenden Wert für die Kunden?
- Unterhält das Unternehmen exzellente Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitern?
- Hat das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil und die Fähigkeit, mit Veränderungen fertig zu werden?
- Wird das Unternehmen effektiv geführt – mit guten und ständigen Gewinnmargen sowie steigenden Umsätzen und Gewinnen?
- Hat die Aktie einen vernünftigen Preis relativ zum langfristigen Gewinnpotenzial und zukünftigen Aktienkurs?
Er suchte Unternehmen mit einem innovativen Management, das eine Reihe erfolgreicher Leistungen aufweisen konnte. Er las den Bericht des CEOs und die Diskussionen des Managements im Geschäftsbericht. Er analysierte die Zahlen, die Aktivitäten in der Forschung und Entwicklung, die Zielsetzung und das Geschäftsrisiko. Bei der Bewertung der Unternehmensbilanzen waren ihm geringe Schulden und gute finanzielle Stabilität wichtig.
Die Methode der „Gerüchteküche“ prägte Fisher. Mit dem Bewusstsein, dass Investieren eine Kunst und keine Wissenschaft ist, versuchte Fisher ein möglichst vollständiges Bild seines Kaufkandidaten zu bekommen. Er suchte Informationen aus erster Hand von Menschen, die mit dem Unternehmen in Beziehung stehen oder standen. Er nannte es „das Geheimnis der Gerüchteküche“.
Wenn er mit dem Background-Research fertig und mit Informationen gerüstet war, traf sich Fisher mit dem Top-Management des Unternehmens. Das angesammelte Wissen und die Kenntnisse über das Unternehmen gaben ihm die Möglichkeit, passende Fragen zu stellen:
- Welchen langfristigen Problemen sieht sich das Unternehmen gegenüber und wie wird es damit umgehen?
- Welche Planungen bestehen in Forschung und Entwicklung?
- Was wird unternommen, um bestimmte gegenwärtige Geschäftsprobleme zu überwinden?
- Wie werden sich Veränderungen beim Kaufverhalten der Konsumenten auf das Unternehmen auswirken?
- Wie werden sich Geschäftstrends und ökonomische Bedingungen in Ländern, in denen die Geschäfte betrieben werden, auf die internationale Tätigkeit auswirken?
Schritt 3: Die Entscheidung
Bevor Fisher eine Aktie kaufte, versicherte er sich, ob er genügend Informationen sind. Das Unternehmen sollte zudem seine Kriterien treffen. Fishergesammelt hat und ob all seine Fragen genügend beantwortet kaufte nur Aktien, wenn er überzeugt war, dass das Unternehmen ein hervorragendes langfristiges Gewinnpotenzial hat. Er bewertete den Preis in Bezug auf das zukünftige Gewinnpotenzial.
Fisher kaufte Aktien, bevor andere Investoren den Wert des Unternehmens erkannten und auch dann, wenn viele Investoren negativ zum Unternehmen eingestellt waren. Fisher war nicht daran interessiert, ob andere mit ihm einer Meinung waren. Ihm war wichtig, ob er sorgfältig recherchiert hatte und er sich über das Investment sicher war.
Er kaufte Aktien während eines allgemeinen Rückgangs des Aktienmarkts oder wenn die Aktie zeitweise aufgrund eines schlechten Quartals oder wegen Geschäftsproblemen, die er für temporär hielt, fiel.
Er beobachtete seine Investments, las Geschäftsberichte und Aktienanalysen. Er besuchte weiterhin die Unternehmen. Gab es Geschäftsprobleme, versuchte er herauszufinden, was das Management unternahm, um die Lage zu korrigieren.
Fisher verkaufte, wenn das Unternehmen nicht mehr seinen ursprünglichen Kaufkriterien entsprach oder wenn er glaubte, dass er einen Fehler gemacht hatte. Fisher beschäftigte sich immer sehr intensiv mit seinen Unternehmen.

